Tipps: Väter und Fitness

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Tipps: Väter und Fitness

Radtour_Claudia-Hautumm_pixelio_de_100Viele Väter kennen das: Bis zum ersten Kind gingen sie regelmäßig zum Squash oder trainierten freitags abends mit den "Jungs" Fußball auf der grünen Wiese. Vaeter-nrw.de hat Väter nach ihren Erfahrungen und Tipps zur Vereinbarkeit von Vatersein und Fitness gefragt.

Bis er in die Elternzeit ging, trainierte Jürgen Reimann, Vater von zwei Kindern im Alter von sieben und acht Jahren, regelmäßig für den Halbdistanz-Triathlon. "Als unsere Tochter sehr klein war, bin ich auch noch von Zeit zu Zeit mit dem Babyjogger im Wald laufen gegangen", erinnert sich Jürgen Reimann. "Aber dann kam irgendwann der Zeitpunkt, da wollte unsere Tochter selbst laufen. Und plötzlich steht man als Vater verschwitzt und kalt im Wald vor der Frage: Sitzgurte im Babyjogger enger und die Bedürfnisse überhören oder das Kind Eicheln sammeln lassen. Das Phänomen kenne ich auch von anderen Vätern, dass es, sobald die Kinder da sind, für sie wichtiger ist, am Wochenende die Zeit mit der Familie zu verbringen statt sich sportlich zu betätigen."

Auch Thomas Greven berichtet: "Seit meinem achten Lebensjahr spiele ich Tischtennis. Das bedeutete zweimal in der Woche Training und an den Wochenenden Meisterschaftsspiele." Zwar behielt der zweifache Vater zunächst das abendliche Training bei: "Aber die Wochenenden in der Halle mit den langen Wartezeiten zwischen den Spielen war auf die Dauer zu zeitaufwändig. Und bei voller Berufstätigkeit den ganzen Sonntag dem Sport zu opfern statt bei der Familie zu sein, kam für mich nicht in Frage."

Werden die Kinder größer, meldet sich jedoch häufig die Freude an der eigenen Fitness wieder, erzählt Jürgen Reimann. "Mit der Zeit haben meine Kinder und ich uns angenähert. Ich habe mein sportliches Leistungspensum runtergefahren und die Kinder sind inzwischen so fit geworden, dass ein gemeinsames Fünf-Kilometer-Joggen nun möglich ist", schmunzelt er. Als Einstieg lassen sich auch eine Radtour für die Kinder und das Laufen für den Vater kombinieren. Oder man steigt auf eine gemeinsame Aktivität um, die zwar unter Umständen nicht an die alten Sporterfolge anknüpft, sondern eben auf neue Art die eigene Fitness steigert.

Im Rahmen der Landesinitiative "Überwinde deinen inneren Schweinehund!" des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen und des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen werden für Kinder und Erwachsene Tipps und Anregungen bereitgestellt, sportlich aktiv zu werden. Möchten Vater und Kind gemeinsam Sport machen, gilt es, eine Sportart zu finden, die allen Beteiligten Spaß bereitet. Eine Recherche im Internet oder der Griff zum Angebotsheft des örtlichen Sportvereins regen die Fantasie an, welches nun die nächste gemeinsame sportliche Herausforderung werden kann. Fehlt es an expliziten Vater-Kind-Angeboten kann man sich auch mit Hilfe von Fachliteratur den Zugang zu den Techniken verschaffen. So übt man zum Beispiel Karate-Tricks just vor Fun so, wie man meint, sie aus den Zeichnungen und Abbildungen des Sportbuches verstanden zu haben. Spaß ist hier garantiert! Erlernen die Kinder eine Sportart in der weiterführenden Schule, können Vater und Kind an einem Wochenend-Trainingscamp teilnehmen, entweder in einem organisierten Vater-Kind-Sportcamp oder selbst gemacht auf dem Basketballfeld im wohnortnahen Stadtpark. So kommt man auf den Geschmack!

Was gemeinsam nicht geht, kann auch ohne Kinder in Angriff genommen werden, sei es die Klettertour mit einem Freund oder auch das Joggen ganz allein für sich. Thomas Greven vertraut hier auf die zunehmende Selbstständigkeit der Kinder. "Unsere Kinder können sich mittlerweile sehr gut selbst beschäftigen und erwarten auch von mir nicht mehr, dass ich in meiner Freizeit für sie ein ständiger Spielpartner bin. Wir treffen für das Wochenende klare Vereinbarungen: Wann machen wir etwas zusammen und wann gehe ich joggen. Dann gestalten die beiden ihre Zeit selbst und ich freue mich, wenn ich frisch und gestärkt aus meiner Zeit für mich auf meine Familie treffe."

Bleibt nur, den inneren Schweinehund zu Gunsten der eigenen Fitness zu überwinden. Anregungen finden Väter und ihre Kinder im Internetportal der Landesinitiative "Überwinde deinen inneren Schweinehund!"  des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen und des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen.

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