...so lautete die Überschrift für ein Vater-Kind-Wochenende des Familienbundes Paderborn. Der dreifache Vater Axel Lohbeck nahm zusammen mit seiner Tochter Sonja teil. Wie neun andere Vater-Kind-Teams erlebten sie eine spannende Kanu-Tour über den See und hatten viel Spaß in der Gruppe.
"Ich nehme mir an Wochenenden ganz bewusst Zeit für meine Kinder", sagt Axel Lohbeck. Er arbeitet als Elektroingenieur in einem großen Unternehmen und kommt abends häufig erst nach Hause, wenn seine drei elf, 13 und 14 Jahre alten Kinder schon im Bett liegen. Da bleibt nur das Wochenende für gemeinsame Zeit mit dem Nachwuchs. "Aber dann stehen auch noch viele Dinge an, die zu erledigen sind", erzählt der 48jährige. "Der Rasen muss gemäht, Einkäufe gemacht werden und zwischendurch klingelt das Telefon." Gegen diesen Alltagstrott setzt er regelmäßig Freizeit-Highlights mit seinen Kindern. Gerade kommt er von einem Vater-Kind-Kanuwochenende auf dem Biggesee zurück, an dem er gemeinsam mit seiner 13jährigen Tochter Sonja teilnahm. Er ist - wie immer - begeistert: "Das war wieder eine tolle Erfahrung. Wir hatten Zeit, die Tage mit all ihren Facetten gemeinsam zu erleben. Alltagsfreuden und -sorgen sind ja sonst die Dinge, die eher meine Frau erlebt. Bei gemeinsamen Vater-Kind-Unternehmungen sehen mich die Kinder von einer anderen Seite. Das ist mir wichtig." Seine Tochter Sonja, die dieses mal in den Genuss des Biggesee-Wochenendes kam, sagt: "Ich fand es toll, den Papa mal für mich alleine zu haben. Er mag das Wasser, er genießt die Ruhe und ist locker und entspannt. Ich bin auch ein Wasser-Fan: Ich kam am Freitag bevor wir losfuhren gerade von einem Drachenbootrennen, an dem unsere Klasse teilnahm. Außerdem schwimme ich im Verein."
Biggesee-Wochenenden besonders beliebt
Veranstalter des Kanu-Wochenendes ist der Familienbund Paderborn, der bereits seit zwölf Jahren Vater-Kind-Freizeiten anbietet."Die Veranstaltungen waren von Anfang an stark nachgefragt", berichtet Kursleiter Christian Laskowski, ebenfalls dreifacher Vater. Das jährliche Kanu-Wochenende auf dem Biggesee, das er gemeinsam mit Klaus Böker und inzwischen mit Unterstützung seines 23jähriges Sohnes seit neun Jahren anbietet, entwickelte sich zu einer der beliebtesten Veranstaltungen. Viele der Teilnehmer, wie auch Axel Lohbeck, sind nicht zum ersten mal dabei. "Themen, die mit Sport, Natur und Technik zu tun haben oder auch unser großes Vater-Kind-Sommercamp mit 120 Leuten, kommen bei den Vätern gut an. Weniger Zulauf hatten wir fürs Weihnachtskrippen-Bauen oder ein Englisch-Camp," berichtet er.
Auch das Teamsein will gelernt sein
Das Kanu-Wochenende liege ihm auch deshalb besonders am Herzen, weil die Zweier- oder auch Vierer-Kanus den engen Kontakt zwischen Vater und Kind oder Kindern förderten und sie zu einem Team machten, dass sich beim Paddeln auf einander einstellen müsse, sagt Laskowski. Sonja kann das bestätigen: "Wir haben uns am Freitag Abend erst einmal eingepaddelt und konnten es auch bald ganz gut." Trotzdem hätte es am Samstag, als die zehn Väter mit ihren ein oder zwei Kindern mit Proviant ausgerüstet für eine Tagestour in 'See' stachen, wieder etwas gedauert, bis die Boote Kurs hielt. "Wenn einer zu stark paddelt und der andere leichter, dann bewegt man sich nur im Schlingerkurs", sagt Axel Lohbeck. "Wir mussten erst einmal ein Gefühl dafür entwickeln, wie wir es schaffen, geradeaus zu fahren und auch richtig zu navigieren. Hier kommt es mehr auf das Miteinander als auf die Kraft an." Dass die Gruppe zusammen blieb, sei kein Problem gewesen, erzählt Kursleiter Laskowski. "Klaus Böker und ich fahren natürlich vorne voran und hinterher. Aber das ist eigentlich kaum nötig, denn die Teilnehmer achten schon selbst darauf, das alle dabei sind." Sonja fand es allerdings erst etwas stressig als eines der langsameren Zweier-Boote hinter den schnelleren Vierern herzufahren: "Aber mein Vater hat gesagt, ich soll mich locker machen. Wir bräuchten uns nicht zu hetzen und schließlich sei dies kein Wettrennen. Ich hatte nämlich noch Muskelkater vom Drachenbootrennen und fand das Kanu-Fahren anstrengender als ich gedacht hatte."
Gute Stimmung
Die Atmosphäre in den Gruppen sei eigentlich immer gut, berichtet Laskowski. "Es ist ganz unkompliziert und wir haben viel Spaß zusammen." Reine Vater-Kind-Veranstaltungen empfindet er als besonders entspannt. "Väter sind häufig lockerer als Mütter und lassen auch mal fünf gerade sein, nerviges Geschrei und Gequengel gibt es dadurch gar nicht." Ganz nebenbei erführen die Väter, dass andere Kinder im gleichen Alter ähnlich seien, wie die eigenen, und die Kinder, dass andere Väter dem eigenen glichen und auch so 'nervige Sachen' sagten.
Gemeinsam am Lagerfeuer
Nach dem Tag auf dem See hätten die Kinder noch Holz für eine abendliches Lagerfeuer angeschleppt. Es gab Würstchen und Stockbrot und die Jungen hatten anschließend noch genug Elan fürs Fußballspielen. Sonja saß meistens bei den Vätern: "Auch wenn sich viele kaum kannten, wir haben sofort Gesprächsthemen gefunden. Das hat mir gut gefallen." Dass das keine Ausnahme ist weiß Axel Lohbeck: "Mit meiner ältesten Tochter und mit meinen Sohn habe ich auch schon am Kanu-Wochenende teilgenommen. Da war es genauso schön und entspannt wie jetzt."
Weitere Informationen zum Kursprogramm des Familienbundes Paderborn gibt es auf der Homepage des Familienbund der Katholiken im Erzbistum Paderborn e.V. Außerdem findet sich dort ein kurzer Bericht und eine Fotoauswahl vom Väter-Kinder-Kanu-Wochenende auf dem Biggesee.
Foto: Familienbund Paderborn