"Wem gehört Papa? - Männer zwischen Beruf und Familie" lautete der Titel einer Fachtagung im ZDF in Mainz. Während einer Gesprächsrunde zum Veranstaltungsauftakt berichteten drei Väter über ihren Erfahrungen mit Eltern- und Teilzeit. Die interessante Filmsequenz, die das ZDF bereits ausstrahlte, gibt es auf vaeter-nrw zum Download.
Drei Männer leben aktive Vaterschaft:
Uwe Pries (im Foto links) hat drei Kinder, darunter ein Zwillingspaar. Er halbierte seine Stelle, seine Frau auch. Sie wechseln sich ab: Eine Woche ist er bei den Kindern und sie arbeitet, die nächste Woche läuft es umgekehrt. "Das ist ein Wohlfühlmodell", sagt Pries. Der Arbeitgeber profitiere auch: In der Jobwoche habe der arbeitende Partner den Rücken frei und könne sich voll einbringen.
Jörg Siebald (2.v.li.), Vater von zwei Söhnen, arbeitet, wie seine Frau auch, beim ZDF - beide in Teilzeit. Von 2006 bis 2007 ging er in Elternzeit. "Ich möchte meine Kinder erleben", lautet sein Anspruch. Wer eine Zeit lang Zuhause bleibe, lerne zu improvisieren, da Planungen mit Kindern kaum umsetzbar seien. Diese Kompetenz könnten Väter auch im Beruf gut gebrauchen.
Hubert Frank (2.v.re.), Männerseelsorger in der Diözese Mainz, arbeitete von 1985 bis 1996 halbtags - und wurde damals belächelt. Viele Männer hätten Angst Teilzeitwünsche im Betrieb anzusprechen, sagt er. Dass eine Teilzeit aus finanziellen Gründen nicht machbar sei, treffe für einige sicher zu, für andere diene das Argument als Vorwand. Auch er habe finanzielle Abstriche machen müssen, aber es habe sich gelohnt.
Das knapp achtminütige von Ralf Szepanski (rechts) (ZDF) moderierte Podiumsgespräch zum Download (ca. 47 MB).
Link zum Flyer der Tagung "Wem gehört Papa? - Männer zwischen Beruf und Familie" am 30. Oktober 2007 im ZDF, Mainz.