"Jugendlich ist man, wenn die Eltern anfangen, Schwierigkeiten zu machen" lautet eine geflügelte Weisheit, und Sie werden staunen, was Ihnen Ihre pubertierenden Söhne und Töchter im Laufe der Zeit alles auftischen werden.
Wenn Kinder ins Jugendlichenalter hineinwachsen, kommt nicht nur die Zeit der Erinnerungen, wie Sie selbst Ihre Jugendjahre erlebt haben (und früher war selbstverständlich alles viel harmloser!). Es beginnt eine Zeit, wo Sie vielleicht neidisch werden auf die Vitalität und Unbedarftheit, die Ihre Kinder an den Tag legen. Eine Zeit, in der Sie sich mit dem "Auswildern" Ihres Nachwuchses beschäftigen, aber auch eigene Standpunkte neu finden müssen.
Die Pubertät ist nicht für Sie, sondern auch für Ihre Kinder eine schwierige Zeit, weil diese gerade jetzt heftige körperliche und seelische Veränderungen zu bewältigen haben. Söhne und Töchter sind keine Kinder mehr, aber auch noch keine Erwachsenen. Nun wollen und müssen sie lernen, wie das Erwachsensein geht, wie sie allmählich mehr und mehr Verantwortung für sich übernehmen können. Da passieren Fehler auf allen Seiten, und sowohl Sie als Vater als auch Ihre Kinder sind gefordert, diese anzunehmen, manchmal auszuhalten und nach Orientierungen zu suchen, wie alle miteinander gut durch diese Jahre kommen. Keine leichte Sache! Für Sie als Vater ist dies eine Zeit des vermehrten Loslassens, in der Sie Ihren nun jugendlichen Kindern zugleich Vertrauen und Bindung anbieten sollten, damit diese von ihren Ausflügen in die aufregende Welt trotzdem noch gern nach Hause zurückkehren. Was Sie jetzt an Langmut aufbringen, werden Ihre Kinder später nicht vergessen. Nehmen Sie Ihre Kinder einmal mehr mit ihren wechselhaften Stimmungen und Widersprüchlichkeiten an, und geben Sie Ihnen die Chance, ihren eigenen Weg zu finden. Hilfreich ist übrigens, sich über diese Veränderungen auch mit anderen Vätern auszutauschen.