"Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr" - und dabei auch noch die eigene Partnerschaft im Blick zu behalten, stellt viele junge Eltern vor eine oft unlösbar erscheinende Aufgabe.
Die Konsequenz ist allzu häufig, dass Paare sich in den ersten Jahren nach der Geburt insbesondere des ersten Kindes immer weniger zu sagen haben, häufiger streiten, weniger körperliche Nähe austauschen und allgemein mit ihrer Paarbeziehung deutlich unzufriedener werden - so die Ergebnisse der LBS-Studie "Paare werden Eltern" (Fthenakis, Kalicki & Peitz 2002).
Es ist schon verrückt: das Leben verändert sich mit der Geburt eines Kindes meist drastisch und gleichzeitig wird die Zeit, diese Veränderungen bewusst wahrzunehmen - und auch als Paar zu reflektieren - immer knapper. Hinzu kommt, dass viele Frauen und Männer nach wie vor eine eher traditionelle Rollenverteilung übernehmen, sobald ein Kind geboren ist, aber oft recht bald merken, dass sie damit nicht wirklich zufrieden sind: "Nur" Erwerbsarbeit oder "nur" Haushalt und Kind befriedigen heute meist weder Männer noch Frauen. Und viele Vereinbarkeitsprobleme und Alltagsstress entladen sich oft in der Paarbeziehung. Vielen Eltern fehlt zudem ein gutes Netz verlässlicher Kinderbetreuung oder Babysitter, die es ihnen ermöglichen, einmal gemeinsam aus dem (Familien-)Alltag auszusteigen und ihre Beziehung zu pflegen, die in den ersten Jahren mit Kind meist mehr oder weniger leidet.
Alles dreht sich ums Kind
Die meisten Ersteltern sind nicht ausreichend darauf vorbereitet, dass Elternsein nicht nur aus Freude und Glück besteht, sondern dass ihre Bedürfnisse als Paar und Einzelperson in den ersten Jahren meist deutlich hinter den Bedürfnissen ihres Kindes zurücktreten müssen.
Kreisten sie sonst im Wesentlichen um sich selbst als Paar, ist da nun ein hilfloses Wesen, das teilweise rund um die Uhr Aufmerksamkeit braucht. Darunter leidet früher oder später zwangsläufig auch die Partnerschaft. Deshalb ist es zum einen wichtig, sich ab und an gegenseitig Freiräume zu schaffen, um für den Familienalltag neu aufzutanken, andererseits sind feste Zeiten für die Partnerschaft - mit oder ohne externe Betreuung - ganz wichtig, um regelmäßig Zeit und Gelegenheit für die "Wartung und Pflege" Ihrer Beziehung zu haben.
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