Konflikt: Trennung bewältigen

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Konflikt: Trennung bewältigen

Eine Trennung benötigt Zeit. Gefühle von Leere, Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sind nicht selten. Viele Dinge müssen sofort angegangen, anderes kann zeitweilig aufgeschoben werden.

Gleichzeitig gilt es, eine neue Wohnung zu finden, Finanzielles zu regeln, Absprachen über die Umgangszeiten mit dem Kind und vieles anderes mehr anzugehen. Auch gilt es, nicht die Arbeit und die beruflichen Anforderungen zu sehr zu vernachlässigen.

Besonders aufwendig ist die Regelung aller Themen, die mit dem "Umgang mit dem Kind" - so der juristische Ausdruck - zusammenhängen. Die folgenden Aspekte können dabei eine wichtige Rolle spielen:

 

Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Regelung aller finanziellen, juristischen und vermögensrechtlichen Fragen. Auf dem Markt gibt es eine Fülle von Scheidungsratgebern, die für eine erste Orientierung hilfreich sind. Doch bietet es sich immer an, einen Juristen zu Rate zu ziehen und im Konfliktfall auf eine "Mediation" zurückzugreifen. Gerade dieser Fragenbereich kann sehr viel Energie fordern, da man meist noch nicht realisiert hat, wie groß die finanziellen Einbußen sind, die auf einen zukommen. Schmerzhaft deutlich kommen plötzlich am Finanziellen die Nachteile der aufgelösten gemeinsamen Perspektive und der eingeschränkten Zukunftsmöglichkeiten ins Bewusstsein.

Ein letzter Themenbereich ist die seelische Verarbeitung der Trennung. Dies benötigt Zeit, wird man doch durch die Kleinigkeiten des Alltags immer wieder erinnert, "wie es früher war". Da fehlen einem am Morgen die Stimmen der Kinder, da müssen die Wohnungsschlüssel noch zurückgegeben werden, da war noch ein Urlaub gemeinsam geplant, den man nun allein angehen soll ... Gut tut es, wenn Sie Ihren Freunden von diesen vielen kleinen Anlässen erzählen.

Auch wechseln bei einer solchen tiefgreifenden Veränderung immer wieder die Gefühlsstimmungen. Es kann sehr schwer sein, die Trennung zu akzeptieren. Anders als früher lehnt es der ehemalige Partner ab, sich mit ihrer Wut oder Verletzlichkeit näher zu beschäftigen, schließlich liegt eine Trennung dazwischen und er oder sie "hat das nicht mehr nötig". Mit heftigen Gefühlen allein da zu stehen, ist sehr schwierig; deswegen suchen Sie Freunde, denen sie zeigen können, wie es in Ihnen aussieht. Zieht man sich zu sehr zurück, drehen sich schnell die Gedanken und Gefühle im Kreis. Werden die Gefühlsschwankungen aber bedrohlich und fühlen Sie sich überfordert, dann kann eine psychotherapeutische Beratung sinnvoll sein.

Liegt diese Zeit hinter ihnen, dann steht eine Neuorientierung an. Oft stellt sich die Frage, was man in einer zukünftigen Beziehung ändern möchte. Wie kann man seinen Ärger produktiv nutzen, um eigene Bedürfnisse in einer Beziehung zukünftig besser zur Geltung zu bringen und um einander näher zu kommen (ein auch für Väter sehr lesenswertes Buch ist: Lerner, Harriet (2000): Wohin mit meiner Wut? Neue Beziehungsmuster für Frauen). Traumatische Erfahrungen in einer Partnerschaft, Gewalterlebnisse, Missbrauch oder tiefe Demütigungen u.a.m. erschweren oft eine Neuorientierung. Dann ist es angebracht, mit psychologischer Hilfe die inneren Verletzungen zu verarbeiten, um sich wieder auf neue Beziehungen einlassen zu können. In Zeiten der Neuorientierung bietet es sich auch an, nach Treffpunkten von Vätern Ausschau zu halten (siehe "Beratung"). Sie sind ein Ort des Erfahrungsaustauschs und der gemeinsamen Freizeit von Vätern und Kindern.

Auch Ihre Kinder verarbeiten in Ihren Spielen, Bildern oder auch in Rückfragen an Sie die Trennung. Hier sind Sie gefordert neugierig zu bleiben, da die Erinnerungen Ihres Kindes und Ihre eigenen Gefühle weit auseinander liegen können.

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