15 Männer schlossen im Dezember 2009 die einjährige Fortbildung "Vater-Kind-Angebote leiten" ab und nahmen im Haus Villigst in Schwerte ihre Zertifikate entgegen. Die Evangelischen Landeskirchen in Westfalen sowie im Rheinland sorgen mit diesem Fortbildungsangebot, das 2010 fortgesetzt wird, für den dringend benötigen qualifizierten Kurs-Leiter-Nachwuchs für Väter-Angebote.
Wer vor 20 Jahren ein neues Rollenverständnis für Väter für nötig gehalten hätte, wäre belächelt worden, sagte Rainer Volz, Leiter der Männerarbeit der Rheinischen Landeskirche anlässlich der Übergabe der Zertifikate an die Absolventen der Fortbildung "Vater-Kind-Angebote leiten" im Dezember in Schwerte. Inzwischen sei es allgemein anerkannt, dass Väter mehr Erziehungsverantwortung innerhalb und außerhalb der Familie übernehmen. Die Landeskirchen sehen daher einen großen Bedarf bei Angeboten, die sich an solche aktiven Väter richten, bauen ihr Engagement dafür aus und benötigen dringend qualifizierte Kursleiter. Jürgen Haas und Jürgen Rams jeweils zuständig für die Männerarbeit der Evangelischen Landeskirchen in Westfalen bzw. im Rheinland, freuten sich daher, 15 Teilnehmern an der einjährigen Fortbildung "Vater-Kind-Angebote leiten" ihre Urkunden überreichen zu können. Im April 2010 startet ein neuer Kurs, für den sich Interessierte bereits anmelden können. (s. Bericht auf vaeter-nrw.de)
Regina Vogel, Referatsleiterin im Ministerium für Generation, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, deren Ministerium das Fortbildungsprojekt fördert, betonte, dass sich in vielen Familien Väter stark engagieren. Nordrhein-Westfalen liege zwar bei der Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter noch im Mittelfeld, doch was die Dauer der väterlichen Elternzeit angehe, sei das Land spitze. "Väter sind bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder von großer Wichtigkeit, stoßen mit ihrem Engagement in unserer Gesellschaft aber oft noch auf Widerstände. Austausch und qualifizierte Begleitung sind dann eine wichtige Unterstützung. Das ist auch während der Fachtagung 'Starke Väter!' im Oktober in Bochum sehr deutlich geworden", sagte die Ministerialrätin.
Ursula Henke, Professorin für Soziologie an der Fachhochschule Bochum und Dozentin im Rahmen des Fortbildungsprogramms, betonte die Veränderungen in der Vaterrolle und wies auf die unterschiedlichen Auffassungen von partnerschaftlicher Aufgabenverteilung bei Männern und Frauen hin. Daraus leitete sie die Notwenigkeit ab, die Sozialisation von Jungen stärker in den Blick zu nehmen: "Sie dürfen nicht zu Bildungsverlierern werden."
Dieter Rothhardt, Landesmännerpfarrer der Landeskirche von Westfalen gab der Veranstaltung einen festlichen Rahmen, indem er sie mit einem Gottesdienst eröffnete und ein Schlusswort sprach, in dem er das Engagement und die Kreativität der Kursteilnehmer lobte und dies als Verheißung für die Zukunft ihrer Arbeit wertete.